Lexikon der Medizinischen Laboratoriumsdiagnostik
Autoren
H. Baum

Erythrozyten

Erythrozyten
Synonym(e)
Englischer Begriff
erythrocytes
Definition
Kernlose hämoglobinhaltige Zellen des Blutes, die dem Sauerstofftransport dienen.
Beschreibung
Erythrozyten sind die Effektorzellen der Erythropoese. Sie sind kernlose bikonkave Scheiben mit einem mittleren Durchmesser von 7,5 μm bei einer mittleren Dicke von 1,5 μm. Hauptinhaltsstoff der Erythrozyten ist das Hämoglobin, das reversibel Sauerstoff binden kann, gleichzeitig auch dem CO2-Transport und als Puffer dient. Das Zytoskelett der Erythrozyten besteht überwiegend aus Spektrinmolekülen. Diese verleihen dem Erythrozyten eine sehr hohe Verformbarkeit. Durch die flache diskoide Form haben die Erythrozyten eine sehr große Oberfläche sowie kurze Diffusionsstrecken, was den Gasaustausch erleichtert. Durch ihre hohe Verformbarkeit können Erythrozyten auch kleinste Kapillaren mit Durchmessern von 5 μm durchströmen; s. a. Blutbild, kleines, Erythrozytenzählung.
Literatur
Bauer C, Walzog B (2005) Blut: Ein flüssiges Organ. In: Klinke R, Pape H-C, Silbernagl S (Hrsg) Physiologie, 5., kompl. überarb. Aufl. Georg Thieme Verlag, Stuttgart/New York, S 223–254