Lexikon der Medizinischen Laboratoriumsdiagnostik
Autoren
J. Arnemann

Exonuklease-Aktivität

Exonuklease-Aktivität
Englischer Begriff
exonuclease
Definition
Exonukleasen zeichnen sich durch die Fähigkeit aus, in 3′-5′- als auch 5′-3′-Orientierung bei DNA und RNA Nukleinsäuremonomere abzuspalten.
Beschreibung
Eine 3′-5′-Exonuklease-Aktivität findet sich bei verschiedenen Polymerasen, die über eine Proofreading-Aktivität die Fähigkeit zur Korrektur verfügen. Diese Polymerasen sind in der Lage, den Einbau eines falschen Nukleotids zu erkennen und mittels der 3′-5′-Exonuklease aus dem bereits synthetisierten DNA-Strang zu entfernen und durch ein passendes Nukleotid zu ersetzen.
Die bei Escherichia coli vorkommende DNA-Polymerase I, besitzt eine 5′-3′-Exonuklease-Aktivität, die zur Reparatur von Einzelstrangbrüchen die DNA in 5′-3′-Richtung abbaut, während die Polymerase-Aktivität den fehlenden DNA-Abschnitt neu synthetisiert. Diese Eigenschaft wird im Labor genutzt, DNA-Sonden mittels Nicktranslation mit modifizierten oder markierten Nukleotiden zu versehen.
Literatur
Khare V, Eckert KA (2002) The proofreading 3'-->5' exonuclease activity of DNA polymerases: a kinetic barrier to translesion DNA synthesis. Mutat Res 510:45–54CrossRefPubMed
Shevelev IV, Hübscher U (2002) The 3′-5′ exonucleases. Nat Rev Mol Cell Biol 3:364–376CrossRefPubMed