Lexikon der Medizinischen Laboratoriumsdiagnostik
Autoren
T. Stief

Fibrinogen-Antigen-turbidimetrischer Test

Fibrinogen-Antigen-turbidimetrischer Test
Synonym(e)
FIATA
Englischer Begriff
fibrinogen antigen turbidimetric assay
Definition
Das Glykopeptidantibiotikum Vancomycin (aus 7 teilmodifizierten Aminosäuren) bindet an Fibrinogen und faltet es in eine wasserunlösliche Form. Das sofort entstehende Präzipitat wird turbidimetrisch bei 405 nm gemessen und ist ein direktes Maß für die Konzentration an Fibrinogen-Antigen im Plasma. Somit wird auch dysfunktionelles Fibrinogen oder Fibrin mitgemessen.
Beschreibung
Fibrinogen-Antigen über Enzymimmunoteste zu messen, ist kompliziert, zeitintensiv und teuer. Inkubation von einem Teil Plasma mit 2 Teilen 4,4 mM Vancomycin (eine supratherapeutische Dosis des vergleichsweise billigen Antibiotikums) in PBS führt augenblicklich zu einem weißlichen Präzipitat, dessen Trübungs-Intensität einfach gemessen werden kann. Jedes Photometer (insbesondere auch Mikrotiterplatten-Photometer) kann den plötzlichen Trübungsanstieg z. B. bei 405 nm messen. Spezielle Gerinnungsanalyzer sind nicht notwendig. Das Fibrinogen-Antigen wird (vergleichbar der AT3-Funktion) in % der Norm angegeben (100 % = 2,8 g/L). Der Normbereich ist 100 ± 20 % (Mittelwert = ±1 Standardabweichung).
Literatur
Stief TW (2007) The fibrinogen antigenic turbidimetric assay (FIATA): the X2x test – the corrected chi-square comparison against the control-mean. Clin Appl Thromb/Hemost 13:73–100CrossRef
Stief TW, Ijagha O, Weiste B, Herzum I, Renz H, Max M (2007) Analysis of hemostasis alterations in sepsis. Blood Coagul Fibrinolysis 18:179–186CrossRefPubMed
Stief TW, Ulbricht K, Max M (2010) Circulating plasmin activity in severe sepsis. Hemost Lab 3:105–120