Lexikon der Medizinischen Laboratoriumsdiagnostik
Autoren
J. Arnemann

Gatekeeper

Gatekeeper
Synonym(e)
Pförtnergen
Englischer Begriff
gatekeeper gene
Definition
Pförtner- bzw. Gatekeeper-Gene gehören zur Gruppe der Tumorsuppressorgene und üben die Funktion aus, zur Kontrolle der Zellproliferation den Zellzyklus zu regulieren.
Beschreibung
Als Pförtner oder Wächter verhindern die Pförtner-Gene, dass die Zellen die Zellzyklus-Checkpoints passieren und ein Zellwachstum und einen möglichen Übergang zur Tumorentwicklung initiieren. Die Gatekeeper-Gene sind meist zelltypspezifisch, können aber auch gemeinsam in bestimmten Zelltypen vorkommen. Beispiele für Gatekeeper-Gene sind z. B. die Gene Rb (Retinoblastom-Gen), BRCA1/2 (Breast and Ovarian Cancer-Gen Typ 1 und 2) oder APC („Adenomatous-polyposis-coli-Gen).
Liegt in einem Allel eines Gatekeeper-Gens eine Mutation vor, entweder vererbt oder im Verlauf des Lebens somatisch erworben, so liegt eine gewisse Instabilität und Tumorprädestination der Zelle vor. Durch Auftreten einer zweiten, somatischen Mutation im anderen Allel dieses Gatekeeper-Gens kommt es zu einem Ausfall der regulatorischen Funktion und die Zelle kann maligne proliferieren.
Gatekeeper-Gene sind oftmals Kandidatengene für erbliche Tumorerkrankungen und ermöglichen eine prädiktive Diagnostik zur Anlageträgerschaft bei direkten Angehörigen der erkrankten Tumorpatienten.
Literatur
Oliveira AM et al (2005) Tumor suppressor genes in breast cancer: the gatekeepers and the caretakers. Am J Clin Pathol 124(Suppl):16–28