Lexikon der Medizinischen Laboratoriumsdiagnostik
Autoren
K. J. Lackner und D. Peetz

Glykolysehemmung

Glykolysehemmung
Synonym(e)
Glukoseinhibition
Englischer Begriff
inhibition of glycolysis
Definition
In der Analytik von Blutglukose (Glukose) und Laktat ist die Hemmung der Glykolyse in der Probe nach der Probengewinnung zur Vermeidung von falsch niedrigen Messwerten für Glukose bzw. falsch hohen für Laktat erforderlich.
Beschreibung
Verschiedene Hemmstoffe der Glykolyse werden in Blutentnahmegefäßen (Spritzen, Kapillaren) vorgelegt. Dazu gehören Maleinimid, Natriumfluorid und Natriummonoiodacetat. Es hat sich gezeigt, dass die weit verbreitete Hemmung durch Natriumfluorid insbesondere in den ersten Stunden nach Blutentnahme nicht ausreichend ist, weil Fluorid mit der Enolase nicht den ersten enzymatischen Schritt der Glykolyse hemmt. Dieses Problem kann durch Kombination mit einem sauren Zitratpuffer (pH 5,3–5,9) behoben werden, der zu einer sofortigen, aber nur ca. 10 Stunden anhaltenden Hemmung der Glykolyse führt. Auch Enteiweißung einer Blutprobe (z. B. mit Perchlorsäure) stoppt die Glykolyse vollständig (s. a. Glykolyse-Inhibitoren).