Lexikon der Medizinischen Laboratoriumsdiagnostik
Autoren
H. Baum

Haarzelle

Haarzelle
Englischer Begriff
hairy cell
Definition
Größerer Lymphozyt mit reichlichem, schwach basophilem, an den Rändern stark ausgefranstem Zytoplasma, einem runden bis ovalen Kern und wenig dichtem Kernchromatin.
Beschreibung
Die Haarzelle (s. Abbildung; 1000×, May-Grünwald-Giemsa-Färbung) ist die charakteristische Zellform eines bestimmten Non-Hodgkin-Lymphoms und gab dieser Entität deren Namen (Haarzellleukämie):
Immunphänotypisch gehört die Haarzellleukämie zu den B-Zelllymphomen und ist durch die zusätzliche Expression des Oberflächenantigens CD103 eindeutig von anderen B-Zelllymphomen abgrenzbar. Morphologisch handelt es sich um eine mittelgroße mononukleäre Zelle mit hellblauem, unruhigem, relativ weitem Zytoplasmasaum, der gelegentlich zarte azurophile Granula oder eine schwache Vakuolisierung enthält sowie charakteristischen Zytoplasmaausläufern, die an Haare erinnern. Der Kern ist häufig exzentrisch gelegen, mittelgroß und zeigt ein lockeres Chromatingerüst. Zytochemisch sind Haarzellen positiv für die tartratresistente saure Phosphatase und unspezifische Esterasen.
Literatur
Harris NL, Jaffe ES, Stein H et al (1994) A revised European-American classification of lymphoid neoplasms: a proposal from the International Lymphomy study group. Blood 84:1361–1392PubMed