Lexikon der Medizinischen Laboratoriumsdiagnostik
Autoren
S. Holdenrieder und P. Stieber

Human anti-mouse antibodies

Human anti-mouse antibodies
Synonym(e)
HAMA
Englischer Begriff
human anti-mouse antibodies
Definition
Heterophile Antikörper, die nach einer Applikation von Maus-Immunglobulinen im Zuge von diagnostischen oder therapeutischen Maßnahmen gebildet werden.
Struktur
Funktion – Pathophysiologie
Im Rahmen einer Immunszintigrafie oder einer Immuntherapie mit Maus-Immunglobulinen werden heterophile Anti-Maus-Antikörper gebildet, die in Testsystemen, in denen monoklonale Maus-Antikörper verwendet werden, zu falsch positiven Ergebnissen führen können. Diese heterophilen Antikörper können auch bei Patienten, die mit „Frischzellen“ behandelt worden sind, vorkommen und falsch hohe Tumormarkerwerte vortäuschen. Heterophile Antikörper werden nach intensivem Kontakt mit Tieren jedoch sehr selten auch bei Normalpersonen gefunden.
Untersuchungsmaterial – Entnahmebedingungen
Referenzbereich – Erwachsene
<40 μg/L (methodenabhängig).
Indikation
Abklärung plötzlich erhöhter oder unerklärlich hoher Tumormarkerwerte ohne klinisches Korrelat.
Interpretation
Heterophile Anti-Maus-Antikörper sollten bei plötzlich erhöhten oder unerklärlich hohen Tumormarkerwerten ohne klinisches Korrelat untersucht werden. Erhöhte HAMA-Werte erübrigen eine weitere Diagnostik mit Tumormarkern.
Diagnostische Wertigkeit
Abklärung plötzlich erhöhter oder unerklärlich hoher Tumormarkerwerte ohne klinisches Korrelat.
Literatur
Diamandis E, Fritsche HA, Lilja H (2002) Tumor markers. Physiology, pathobiology, technology, and clinical applications. AACC Press, Washington, DC
Stieber P, Heinemann V (2008) Sinnvoller Einsatz von Tumormarkern. J Lab Med 32:339–360