Lexikon der Medizinischen Laboratoriumsdiagnostik
Autoren
S. Holdenrieder und P. Stieber

Immunglobuline, oligoklonale

Immunglobuline, oligoklonale
Englischer Begriff
oligoclonal immune globuline
Definition
Oligoklonale Immunglobuline sind Produkte weniger Plasmazellklone, die vermehrt leichte und schwere Immunglobulinketten einzelner definierter Arten synthetisieren.
Beschreibung
B-Zellen des Knochenmarks oder extramedullärer Lokalisation können vermehrt mono- oder oligoklonale Immunglobuline synthetisieren. Ursache von oligoklonalen Gammopathien sind Virusinfekte, Autoimmunerkrankungen, Parasitosen, Schleimhautinfektionen und Erkrankungen des zentralen Nervensystems. Außerdem zeigen oligoklonale Muster in den ersten Wochen nach Organtransplantation eine wieder in Gang kommende Immunglobulinbildung unter immunsuppressiver Therapie an.
Zur qualitativen Charakterisierung der oligoklonalen Immunglobuline ist die Durchführung einer Elektrophorese sowie einer Immunfixationselektrophorese vorzunehmen. Durch Einsatz von monovalenten Antiseren gegen die Schwer- und Leichtketten kann die Art der oligoklonalen Gammopathie eindeutig bestimmt werden.
Die quantitative Charakterisierung erfolgt über die Bestimmung der Immunglobuline, insbesondere von IgG, IgM und IgA. Dadurch kann in Zusammenschau mit der Elektrophorese die Ausprägung der oligoklonalen Gammopathie und vor allem das Ausmaß eines möglicherweise begleitenden Antikörpermangelsyndroms beurteilt werden; s. a. Immunglobuline, polyklonale.
Literatur
Thomas L (2008) Angeborene und erworbene Immunantwort. In: Thomas L (Hrsg) Labor und Diagnose, 7. Aufl. TH-Books, Frankfurt am Main, S 1052–1065