Lexikon der Medizinischen Laboratoriumsdiagnostik
Autoren
W. Stöcker

Immunodot

Immunodot
Synonym(e)
Immundot
Englischer Begriff
immunodot; dot-immunobinding test; dot blot
Definition
Der Immunodot ist ein einfach durchzuführender Test, der zum Nachweis von Antigenen oder Antikörpern verwendet wird. Dabei werden die Antigene oder Antikörper punkt- oder linienförmig auf einer Membran immobilisiert und dort mit dem entsprechenden Bindungspartner des Reagens (dem korrespondierenden Antikörper oder Antigen) zur Reaktion gebracht.
Physikalisch-chemisches Prinzip
Antigen oder Antikörper einer Probe werden auf eine Nitrocellulose- oder Nylonmembran aufgetragen. Frei gebliebene Bindungsstellen werden mit Fremdproteinen, z. B. Rinderserumalbumin oder Casein, abgesättigt. Die Membran wird dann nacheinander mit folgenden Nachweisreagenzien inkubiert: spezifischer Antikörper oder spezifisches Antigen, enzymmarkierter Antikörper und Substratlösung (die einen präzipitierenden Farbniederschlag auf der Membran erzeugt). Positive Reaktionen stellen sich als Farbpunkte in einer hellen Umgebung dar.
Einsatzgebiet
Es lassen sich Antigene verschiedenster Art und Antikörper nachweisen.
Untersuchungsmaterial
Serum, Plasma, Zellüberstand, Zellhomogenat, Zelllysat.
Instrumentierung
Es gibt Geräte zur simultanen Testung von 96 Proben im Mikrotiterplattenformat (s. Mikrotiterplatte). Mit geringem apparativen Aufwand sind semiquantitative Aussagen möglich.
Sensitivität
Je nach Detektionssystem gelingen mit der Methode sehr empfindliche Nachweise.
Praktikabilität – Automatisierung – Kosten
Der Immunodotassay kann automatisiert durchgeführt werden.
Literatur
Peters JH, Baumgarten H (1998) Monoklonale Antikörper – Herstellung und Charakterisierung, 2. Aufl. Springer, Berlin/Heidelberg/New York, S 396–403