Lexikon der Medizinischen Laboratoriumsdiagnostik
Autoren
H. Renz und B. Gierten

Impfantikörper gegen Tetanus-Toxoid

Impfantikörper gegen Tetanus-Toxoid
Molmasse
Immunglobulin-G-Subklassen
Synthese – Verteilung – Abbau – Elimination
Immunglobulin-G-Subklassen
Halbwertszeit
Immunglobulin-G-Subklassen
Funktion – Pathophysiologie
Antikörper gegen Tetanus-Toxoid als Proteinantigen gehören überwiegend der Klasse IgG1 an.
Untersuchungsmaterial – Entnahmebedingungen
Serum.
Analytik
ELISA.
Referenzbereich – Erwachsene
Anti-Tetanus-Toxoid-IgG (IU/mL)
Anti-Tetanus-Toxoid-IgG (mg/L)
Anti-Tetanus-Toxoid-IgG1 (mg/L)
0,05–39,62
0,85–673,5
0,7–258,1
Referenzbereich – Kinder
Alter (Jahre)
Anti-Tetanus-Toxoid-IgG (IU/mL)
Anti-Tetanus-Toxoid-IgG (mg/L)
Anti-Tetanus-Toxoid-IgG1 (mg/L)
0,5–1
0,02–3,12
0,34–53,0
0,3–12,6,4
1–2
0,04–3,92
0,68–66,6
1,4–208,0
2–3
0,16–7,87
2,72–133,8
1,7–99,8
3–4
0,11–7,79
1,87–132,4
1,2–108,7
4–8
0,09–12,87
1,53–218,8
0,9–228,5
8–12
0,28–18,78
4,76–319,3
2,6–323,5
12–18
0,26–15,44
4,42–262,5
4,9–180,0
Indikation
Rekurrierende Infektionen bei Patienten (mit unauffälligem Gesamt-IgG).
Interpretation
Als adäquate Immunantwort nach Impfung mit Tetanus-Toxoid wird ein 20-facher Anstieg (wechselnde Literaturangaben) der quantitativen Bestimmung spezifischer Antikörper gewertet.
Patienten mit signifikantem IgG1-Mangel fallen häufig bereits bei der quantitativen Bestimmung des Gesamt-IgG auf, da IgG1 ca. 60–70 % des IgG ausmacht. Dennoch kann ein selektiver IgG1-Mangel der Diagnostik durch Gesamt-IgG entgehen. Die betreffenden Patienten werden vor und nach einer Impfung mit Tetanus-Toxoid selektiv auf Bildung spezifischer IgG1-Antikörper untersucht.
Diagnostische Wertigkeit
Durch quantitative Bestimmung spezifischer Antikörper gegen Tetanus-Toxoid werden Informationen über eine eventuelle Immunität des Patienten gegen Tetanus-Infektion erhoben.
Zusätzliche Auskunft gibt der Test über die humorale Abwehr proteinhaltiger Antigene bei Patienten mit rekurrenten Infektionen, bei denen der Verdacht auf einen Immundefekt (zellulär oder humoral) besteht. Dabei kann eine Defizienz in der Immunantwort auf allen Ebenen auftreten. Bei Patienten mit „common variable immunodeficiency“ liegt die Ursache der inadäquaten Immunantwort oft in insuffizienter T-Zell-Aktivierung und Antigenerkennung.
Literatur
Schauer U et al (2003) Levels of antibodies specific to tetanus toxoid, Haemophilus influenzae type B, and pneumococcal capsular polysaccharide in healthy children and adults. Clin Diagn Lab Immunol 10:202–207PubMedPubMedCentral
Schur RH (1987) IgG Subclasses – a review. Ann Allergy 58:89–99PubMed