Lexikon der Medizinischen Laboratoriumsdiagnostik
Autoren
T. Arndt

International Organization for Standardization

International Organization for Standardization
Synonym(e)
ISO; Internationale Organisation für Normung
Englischer Begriff
International Organization for Standardization; ISO
Definition
ISO ist ein Netzwerk von nationalen Normungsinstitutionen aus 156 Ländern mit einem Mitglied pro Land und Zentrale in Genf, die das Netzwerk und dessen Aktivitäten koordiniert.
Beschreibung
ISO ist eine regierungsunabhängige Organisation, da die Mitglieder nicht Delegierte ihrer jeweiligen Regierung sind. Dennoch nimmt ISO eine Sonderstellung zwischen öffentlichem und privatem Sektor ein. Einerseits sind die Mitglieder Teil der Regierungsstrukturen der einzelnen Länder oder durch ihre Regierungen bevollmächtigt, und andererseits stammen die Mitglieder oft aus nationalen Vereinigungen von Industrieverbänden, d. h. aus dem privatem (Wirtschafts-)Sektor.
Die internationale Standardisierung begann im Jahr 1906 auf dem Gebiet der Elektrotechnik mit der International Electrotechnical Commission (IEC), 1926 wurde die International Federation of the National Standardizing Associations (ISA) gegründet, deren Tätigkeitsschwerpunkt auf dem Gebiet des mechanischen Ingenieurwesens lag. Die ISA stellte ihre Arbeit 1942 ein. Im Jahr 1946 trafen sich Delegierte aus 25 Ländern in London. Dort wurde die am 23. Februar 1947 realisierte Gründung der ISO beschlossen.
Je Land wird nur ein Mitglied in die ISO aufgenommen. Dieses vertritt die Landesinteressen. Für die Bundesrepublik Deutschland ist dies seit 1951 das Deutsche Institut für Normung e.V. (DIN).
Die internationalen ISO-Normen (ISO standards) werden in englischer Sprache veröffentlicht und in Verantwortung von den nationalen Normungsorganisationen in die Landessprache übersetzt. Es gibt verschiedene Formen von Normen, von denen für das klinisch-chemische Labor u. a. die ISO 1000 (SI-Einheiten) und die ISO 9001 und 9004 (Qualitätsmanagement) von Bedeutung sind.