Lexikon der Medizinischen Laboratoriumsdiagnostik
Autoren
H. Baum

Kernchromatin

Kernchromatin
Englischer Begriff
nuclear chromatin
Definition
Struktur des Zellkerns in der morphologischen Begutachtung.
Beschreibung
Die Struktur des Chromatins der Zellkerne der einzelnen Subpopulationen der Hämatopoese hängt von Zellreife und -art ab. Grundsätzlich können 3 Arten der Kernchromatinstruktur unterschieden werden: eine netzartige (retikuläre), eine dichte streifige und eine schollige Kernstruktur. Innerhalb der retikulären Kernstruktur lassen sich wiederum eine mehr fein- von einer stärker grobretikulären Form unterscheiden.
Einen feinretikulären, wie feiner Gries aussehenden Zellkern haben alle unreifen, blastären Zellformen der Hämatopoese. Während der Zellreifung verändert sich die Kernchromatinstruktur, wodurch linienabhängige Unterschiede nachweisbar werden. Das Kernchromatin der Granulopoese wird kompakter, wobei streifige Zonen mit dichterem und lockerem Chromatin sichtbar werden. Dies gibt diesen Zellkernen die typische striemig-streifige Struktur. Die reifen Zellen der Lymphopoese haben dagegen ein Kernchromatin aus dunklen Schollen, die von helleren Zonen umgeben sind. Das Kernchromatin der reifen Zellen der Monopoese zeigt eine vergröberte retikuläre Struktur.