Lexikon der Medizinischen Laboratoriumsdiagnostik
Autoren
K. J. Lackner und D. Peetz

Ketonkörper

Ketonkörper
Englischer Begriff
ketone bodies
Definition
Unter Ketonkörpern im medizinischen Sinn werden Aceton, Acetoacetat und β-Hydroxybutyrat verstanden.
Synthese – Verteilung – Abbau – Elimination
Ketonkörper entstehen hauptsächlich im Stoffwechsel von Fettsäuren in der Leber (Abb. 1). Entscheidender Vorläufer ist Acetyl-CoA, das entweder in den Citratzyklus geschleust oder zu Ketonkörpern umgewandelt werden kann.
Im Hungerzustand oder bei Insulinmangel kommt es zu einer verstärkten Umwandlung zu Ketonen. In den letzten Jahren wurde auch zunehmend die Bedeutung von Ketonkörpern in der Stoffwechselregulation und der Signalvermittlung erkannt. Ketonkörper werden in der Diagnostik entweder quantitativ mit enzymatischen Testen (meist β-Hydroxybutyrat, seltener Acetoacetat) oder semiquantitativ mit dem Nitroprussid-Test erfasst. Letztere erfasst vorwiegend Acetoacetat, aber auch Aceton. Da unter pathologischen Bedingungen β-Hydroxybutyrat am stärksten ansteigt, kann der Nitroprussid-Test häufig negativ sein, obwohl eine Ketose vorliegt. Das Urinmonitoring auf Ketone bei Diabetikern wird immer noch bei Krankheit, in Stresssituationen oder anderen Situationen mit einem hohen Potenzial zur Stoffwechselentgleisung empfohlen. Verglichen mit der Glukosebestimmung im Blut haben die Ketonkörper aber an Bedeutung verloren.
Literatur
Laffel L (1999) Ketone bodies: a review of physiology, pathophysiology and application of monitoring to diabetes. Diabetes Metab Res Rev 15:412–426CrossRef
Puchalska P, Crawford PA (2017) Multi-dimensional roles of ketone bodies in fuel metabolism, signaling, and therapeutics. Cell Metab 25:262–284CrossRef