Lexikon der Medizinischen Laboratoriumsdiagnostik
Autoren
T. Arndt

KO-Tropfen

KO-Tropfen
Synonym(e)
KO-Mittel; Date-rape-Drogen; Vergewaltigungsdrogen(-tropfen)
Englischer Begriff
knockout drops; date-rape-drugs
Definition
Mittel zur unbemerkten Verabreichung von Drogen- und/oder Betäubungsmitteln mit dem Ziel, das Opfer zeitweilig in einen willen- und wehrlosen Zustand zu versetzen und das Erinnerungsvermögen auszuschalten.
Beschreibung
KO-Mittel werden gewöhnlich im Zusammenhang mit Raub- und Sexualdelikten eingesetzt. Durch die Beimengung zu alkoholischen Getränken wird eine additive oder potenzierte Wirkung angestrebt.
Im Vordergrund stehen folgende Wirkstoffe:
  • Antihistaminika (Diphenhydramin und Doxylamin)
  • Benzodiazepine (grundsätzlich alle, insbesondere jedoch: Flunitrazepam, Triazolam, Alprazolam, Lorazepam, Lormetazepam, Midazolam)
  • γ-Hydroxybuttersäure („liquid ecstasy“, GHB, γ-Butyrolacton, GBL)
  • Neuroleptika (Haloperidol [Butyrophenone], Clozapin)
  • Kurzzeitnarkotika (Ketamin)
Der Nachweis der Substanzen in Blut und Urin erfolgt z. T. mit immunologischen Verfahren bzw. mit Gaschromatographie-Massenspektrometrie (GC-MS; Gaschromatographie) oder Flüssigkeitschromatographie-(Tandem)-Massenspektrometrie(LC-MS, LC-MS/MS; Massenspektrometrie). Die Untersuchungen sollten stets in einem forensisch-toxikologischen Labor durchgeführt werden.
Literatur
Schütz H (1999) Screening von Drogen und Arzneimitteln mit Immunoassays. Wissenschaftliche Verlagsabteilung Abbott GmbH, Wiesbaden