Lexikon der Medizinischen Laboratoriumsdiagnostik
Autoren
A. M. Gressner und O. A. Gressner

Kühlschranktest

Kühlschranktest
Synonym(e)
Dyslipoproteinämie-Suchtest; Dyslipoproteinämie-Screeningtest
Englischer Begriff
refrigerator test
Definition
Visuelle Inspektion des in transparenten Röhrchen über Nacht bei Kühlschranktemperaturen (4–8 °C) aufbewahrten Nüchternserums (-plasmas) zur Erkennung von Trübungen (Trübung) und Aufrahmungen zum Zwecke der phänotypischen Dyslipoproteinämiediagnostik.
Beschreibung
Der Kühlschranktest geht von nach mindestens 12-stündiger Nahrungs- und Alkoholkarenz gewonnenem Serum oder Plasma aus, das in transparente Röhrchen gefüllt und über Nacht im Kühlschrank (4–8 °C) aufbewahrt wird. Die visuelle Beurteilung von Aufrahmungen und Trübungen erfolgt am Morgen (Abb. 1):
Extreme monoklonale Gammopathien (Gammopathie, monoklonale), besonders der IgM-Fraktion, können zu ähnlichen Trübungen von Serum/Plasma führen.
Die orientierende Fredrickson-Klassifikation ist nach folgenden Kriterien möglich:
  • Normal: klar, keine Aufrahmung
  • Typ I: milchig-trüb, Aufrahmung, Unterstand klar
  • Typ IIa: klar
  • Typ IIb: klar oder trüb
  • Typ III: trüb
  • Typ IV: trüb/milchig
  • Typ V: milchig, Aufrahmung, Unterstand trüb
Ein wiederholt pathologisches Ergebnis verlangt eine differenzierte Analytik des Lipidstoffwechsels (z. B. Ultrazentrifugation).
Literatur
Assmann G (1982) Lipidstoffwechsel und Atherosklerose. Schattauer-Verlag, Stuttgart