Lexikon der Medizinischen Laboratoriumsdiagnostik
Autoren
A. M. Gressner und O. A. Gressner

Leber-Eisen-Index

Leber-Eisen-Index
Synonym(e)
Hepatischer Eisenindex
Englischer Begriff
hepatic iron index; HIC
Definition
Zur Abschätzung des Leber-Eisen-Gehalts durchgeführte, semiquantitativ (färberisch) oder quantitativ (Atomabsorptionsspektrometrie) ermittelte Eisenkonzentration im Leberparenchym (dividiert durch die Zahl der Lebensjahre).
Beschreibung
Ein Leberbiopsiezylinder von etwa 2,5–3 cm Länge wird aliquotiert in Fragmente von 0,5–1,0 cm und entweder sofort tiefgefroren oder in 10 % Formalin fixiert. Der Eisen-Gehalt kann semiquantitativ durch Anfärbung mit Perls Preußischblau (Eisenfärbung mit saurem Ferrocyanid) und nachfolgender Auswertung anhand eines Scoring-Systems (z. B. Ludwig-Batts-System mit Bestimmung des prozentualen Anteils eisengefärbter Hepatozyten) oder quantitativ mittels Atomabsorptionsspektrometrie nach Salpetersäureaufschluss erfolgen.
Normalkonzentrationen:
  • Männer: ≤30 μmol/g Trockengewicht
  • Frauen: ≤17 μmol/g Trockengewicht
Konzentrationen >40 μmol/g Trockengewicht weisen auf eine deutliche Eisenüberladung, z. B. bei Hämochromatose hin.
Literatur
Tavill AS (2001) Diagnosis and management of hemochromatosis. Hepatology 33:1321–1328CrossRefPubMed