Lexikon der Medizinischen Laboratoriumsdiagnostik
Autoren
H. Baum

Leukozytenzahlschätzung

Leukozytenzahlschätzung
Definition
Abschätzung der Konzentration der Leukozyten im peripheren Blut durch die Anzahl pro Gesichtsfeld im Ausstrichpräparat.
Physikalisch-chemisches Prinzip
Es werden 5 Gesichtsfelder bei einer etwa 450-fachen Vergrößerung ausgezählt und daraus der Mittelwert der Leukozytenzahl errechnet. Aus diesem Mittelwert lässt sich dann die absolute Leukozytenzahl abschätzen.
Untersuchungsmaterial
Ausstrichpräparat.
Fehlermöglichkeit.
  • Falsche Stelle innerhalb des Ausstrichpräparates (die Verteilung der Zellen im Ausstrich ist nicht gleichmäßig)
  • Falsche Vergrößerung gewählt
Praktikabilität – Automatisierung – Kosten
Einfache Methode, die allerdings keine genauen Werte liefert. Sie ist nicht automatisierbar, die Kosten sind gering.
Bewertung – Methodenhierarchie (allg.)
Die Methode sollte nur in solchen Fällen eingesetzt werden, in denen keine Möglichkeit einer exakten Zellzählung vorhanden ist. Dabei ist nur eine sehr grobe Einteilung möglich (s. Tabelle; Angaben in der Tabelle gelten für eine 450-fache Vergrößerung; aus Stobbe 1991):
Leukozytenmittelwert aus 5 Gesichtsfeldern
Wahrscheinliche Leukozytenzahl (×109/L)
0,05
<1,5
0,6–1,0
1,5–3,5
1,1–1,5
3,5–5,9
1,6–2,0
5,0–6,9
2,1–3,0
6,5–8,0
3,1–4,0
8,0–9,0
4,1–5,0
9,0–10,0
5,1–6,0
10,0–20,0
6,1–8,0
20,0–50,0
8,1–10,0
50,0–100,0
>10,0
>100,0
Literatur
Stobbe H (1991) Leukozytenpartikelkonzentration. In: Boll I, Heller S (Hrsg) Praktische Blutzelldiagnostik. Springer, Berlin/Heidelberg/New York, S 80