Lexikon der Medizinischen Laboratoriumsdiagnostik
Autoren
T. O. Kleine

Liquor-Glukose

Liquor-Glukose
Englischer Begriff
CSF glucose; glucose in cerebrospinal fluid (CSF); blood glucose in CSF.
Definition
D-Glukose, Hauptenergielieferant der ZNS-Zellen, wird durch spezifische Transporter aus Blut durch Blut-Hirn-Schranke (BHS) und Blut-Liquor-Schranke (BLS) ins Zentralnervensystem (ZNS) transportiert und ist Marker für CSF-Fluss aus Ventrikeln in Lumballiquor und die Stoffwechselaktivität von ZNS-Zellen.
Struktur
Molmasse
180,16 g.
Untersuchungsmaterial – Entnahmebedingungen
Patientenvorbereitung: nüchtern. 0,2 mL Ventrikel-, Subokzipital-(SOP-), Lumbal-Liquor nativ oder entzellt, mit oder ohne Na-Fluorid-Zusatz und gleichzeitig gewonnenes venöses EDTA-Blut mit Fluorid-Zusatz. CSF-Glukose ohne Na-Fluorid-Zusatz 5 Stunden stabil bei Raumtemperatur mit ≤6 G/L Leukozyten und ≤30 G/L Erythrozyten, bei 4 °C 24 Stunden, entzellt bei –20 °C >1 Monat.
Konventionelle Einheit
mg/dL.
Internationale Einheit
mmol/L.
Umrechnungsfaktor zw. konv. u. int. Einheit
mg/dL × 0,0555 = mmol/L.
Referenzbereich – Erwachsene
Lumballliquor: 62 mg/dL; 5–95 %-Bereich: 49–75 mg/dL für Erwachsene und Kinder, entsprechend 3,4 mmol/L, 5–95 %-Bereich: 2,7–4,2 mmol/L.
In SOP- und Ventrikelliquor etwas höhere Werte.
Referenzbereich – Kinder
S. Erwachsene.
Literatur
Kleine TO (2005) Notfall-Programm. In: Zettl K, Lehmitz R, Mix E (Hrsg) Klinische Liquordiagnostik, 2. Aufl. W. de Gruyter, Berlin/New York, S 127–134