Lexikon der Medizinischen Laboratoriumsdiagnostik
Autoren
T. O. Kleine

Liquor-L-Laktat

Liquor-L-Laktat
Englischer Begriff
CSF L-lactate
Definition
CSF-L-Laktat, Kenngröße der akuten ZNS-Durchblutungsstörung und Kenngröße der akuten bakteriellen Meningitis mit Ausschlussgrenze ≥3,5 mmol/L, ist Endprodukt der anaeroben Glykolyse von Zellen des Zentralnervensystem (ZNS), das bei O2-Mangel ansteigt.
Molmasse
Untersuchungsmaterial – Entnahmebedingungen
Lagerung von 0,5 mL Ventrikel-, Subokzipital-(SOP-), Lumbal-Liquor in sterilen, verschlossenen Plastikröhrchen. Klare, zellarme CSF (nativ oder entzellt) 3 Stunden ohne Zusatz bei Raumtemperatur stabil; trübe oder blutige Proben entzellen, mit Na-Fluorid-Zusatz oder bei −20 °C lagern. Venöses Blut ist nicht erforderlich.
Probenstabilität
S. Untersuchungsmaterial.
Analytik
Konventionelle Einheit
mg/dL.
Internationale Einheit
mmol/L.
Umrechnungsfaktor zw. konv. u. int. Einheit
0,111.
Referenzbereich – Erwachsene
In Ventrikel-, Subokzipital-(SOP-), Lumbal-Lliquor:
Alter (Jahre)
L-Laktat-Konzentration im Liquor
mmol/L
mg/dL
16–50
1,5–2,1
13,5–18,9
>51
1,7–2,6
15,3–23,4
Referenzbereich – Kinder
in Ventrikel-, Subokzipital-(SOP-), Lumbal-Liquor: 0–15 Jahre 1,1–1,8 mmol/L (9,9–16,2 mg/dL).
Diagnostische Wertigkeit
Im Vergleich zu anderen CSF-Tests zeigt der L-Laktat-Test mit Ausschlussgrenze ≥3,5 mmol/L (≥31,5 mg/L) höchste Praktikabilität bei der Differenzialdiagnostik bakterielle/aseptische (virale) Meningitis mit 100 % Sensitivität und 99,6 % Spezifität.
Literatur
Kleine TO (2005) Notfall-Programm. In: Zettl K, Lehmitz R, Mix E (Hrsg) Klinische Liquordiagnostik, 2. Aufl. W. de Gruyter, Berlin/New York, S 127–134