Lexikon der Medizinischen Laboratoriumsdiagnostik
Autoren
T. O. Kleine

Liquor-Laktatdehydrogenase

Liquor-Laktatdehydrogenase
Synonym(e)
LDH in Cerebrospinalflüssigkeit (CSF)
Englischer Begriff
CSF lactic dehydrogenase activity
Definition
CSF-LDH-Aktivität, Summe aus Zentralnerven system-Zellen in CSF freigesetztem und aus Blut in CSF filtriertem LDH-Protein, ist Kenngröße für Zellschäden mit geringer diagnostischen Validität.
Beschreibung
Laktatdehydrogenase (EC 1.1.1.27).
Molmasse
Ca. 136 kDa; Laktatdehydrogenase im Serum.
Untersuchungsmaterial – Entnahmebedingungen
1–2 mL Ventrikel-, Subokzipital-(SOP-), Lumbal-Liquor, sofort entzellt.
Probenstabilität
Lagerung in sterilen Plastikröhrchen bei 4 °C verschlossen für 24 Stunden, bei −20 °C/−80 °C Monate haltbar; gleichzeitige Gewinnung und Verwahrung von venösem Blutplasma.
Analytik
Konventionelle Einheit
U/L.
Internationale Einheit.
kat.
Umrechnungsfaktor zw. konv. u. int. Einheit
U = 16,67 nkat.
Referenzbereich – Erwachsene
Laktatdehydrogenase (5.–95. Perzentil):
Alter
Laktatdehydrogenase-Konzentration (U/L)
Lumballiquor
Blutplasma
Neugeborene
40–140
600–800
Kinder 0–4 Jahre
20–54
<450
Erwachsene
10–56
<220
Referenzbereich – Kinder
S. Erwachsene.
Diagnostische Wertigkeit
Validität gering bei Differenzialdiagnostik akute bakterielle Meningitis/aseptische (virale) Meningitis mit 50 % Überschneidung erhöhter Werte; Zunahme von LDH-Blutanteil besonders bei Blut-Hirn-Schranke-Funktionsstörungen mit Verzerrung des CSF-Isoenzymmusters im Vergleich zu Plasma-LDH evaluieren.
Literatur
Kleine TO (1980) Neue Labormethoden für die Liquordiagnostik. Georg Thieme Verlag, Stuttgart/New York