Lexikon der Medizinischen Laboratoriumsdiagnostik
Autoren
T. O. Kleine

Liquor-Objektträger-Methode

Liquor-Objektträger-Methode
Englischer Begriff
prestained slides for vital staining of cerebrospinal fluid (CSF) cells
Definition
Vitalfärbung und Differenzierung von bis zu 20 verschiedenen Zelltypen in 10–20 μL nativer CSF auf Farb-beschichteten Objektträgern ca. 15 Minuten nach Probengewinnung in Bezug auf Zellgestalt, Kernform, Menge und Aussehen von Zytoplasma (Kern-Plasma-Relation) ohne Verluste und Denaturierung durch Zellanreicherung.
Untersuchungsmaterial
>0,5 mL frischer Ventrikel-(V-), Subokzipital-(SOP-), Lumbal-(L-)Liquor oder (subdurale) Zystenflüssigkeit lichtgeschützt in durchsichtigen, farblosen Polypropylen-Röhrchen steril bei 4 °C, <1 Stunde gelagert.
Instrumentierung
Farbbeschichtete Objektträger käuflich erhältlich; binokulares Lichtmikroskop mit 400-facher Vergrößerung zur Durchmusterung, 800- bis 1000-facher Vergrößerung zur Differenzierung (Immersionsobjektive), mechanisierte Zellzählvorrichtung, Photomikroskop zur Dokumentation.
Bewertung – Methodenhierarchie (allg.)
Schnelles praktikables Vitalfärbeverfahren für Liquor-Notfalldiagnostik mit weniger Probenvolumen, Zellverlusten und -denaturierungen als mit Liquor-Sedimentierkammer-Verfahren bzw. Liquor-Zytozentrifugen-Verfahren im Liquor-Basis-Programm, jedoch mit statistischen Zählfehlern bei Proben mit <10 Leukozyten/μL und Differenzierung von <50 Zellen; keine Spezialfärbungen wie bei Liquor-Differentialzellbild, Liquor-Tumorzellen.
Literatur
Kleine TO, Flury R, Tritschler W (1977) Liquorzytologie mit vorgefärbten Objektträgern. Dtsch Med Wschr 102:1216–1221