Lexikon der Medizinischen Laboratoriumsdiagnostik
Autoren
T. O. Kleine

Liquor/Serum-IgG-Quotient

Liquor/Serum-IgG-Quotient
Synonym(e)
QIgG
Englischer Begriff
QIgG
Definition
Liquor cerebrospinalis (CSF)/Serum-Quotient der IgG-Konzentration [IgG]: QIgG.
Struktur
Untersuchungsmaterial – Entnahmebedingungen
1 mL native, entzellte CSF (Ventrikel, subokzipital (SOP), lumbal) 1–2 Stunden alt, 0,5 mL simultan gewonnenes Blutserum, hämolysefrei.
Probenstabilität
Lagerung bis zu 2 Monaten bei ca. 5 °C in sterilen verschlossenen Plastikröhrchen, z. B. aus Polysterol oder Polypropylen.
Analytik
Immunnephelometrie, Immunturbidimetrie; QIgG ist methodenabhängig.
Referenzbereich – Erwachsene
Liquor
Liquor/Serum-IgG-Quotient
Median (0- bis 100-%-Bereich)
Lumbal
2,1 (1,2–3,5) × 10-3
SOP
1,0 × 10-3
Ventrikel
0,7 × 10-3
Referenzbereich – Kinder
Alter
Liquor
Liquor/Serum-IgG-Quotient
Geburt bis 1 Monat
Lumbal
4,0 × 10-3
1–6 Jahre
Lumbal
1,2 × 10-3
7–15 Jahre
Lumbal
1,3 × 10-3
QIgG ist abhängig von der Blut-Hirn-Schranken- (BHS-)Funktion und damit ein Schrankenparameter, der von [IgG] im Serum beeinflusst wird. Dazu kommt eine Altersabhängigkeit von QIgG, die besonders bei Kleinkindern mit unreifer BHS-Funktion ausgeprägt ist.
Diagnostische Wertigkeit
QIgG ist eine beeinflussbare und störanfällige Kenngröße des Liquor-Routineprogramms, die bei der IgG-Bestimmung, intrathekal rechnerisch oder empirisch, benötigt wird. Bei Ringversuchen wird QIgG nicht zertifiziert, da in den Richtlinien der Bundesärztekammer hierzu keine Angaben gemacht werden.
Literatur
Kleine TO (2004) Qualitätskontrolle in der Liquordiagnostik: Anmerkungen zur Analyse von Proteinen und Interpretation von Liquor/Serum-Konzentrationsquotienten sowie zu Formeln bei der Diagnostik der Blut/Liquor-Schranken-Funktion und intrathekalen Immunglobulinproduktion. J Lab Med 28:6–13