Lexikon der Medizinischen Laboratoriumsdiagnostik
Autoren
T. Arndt

Malondialdehyd

Malondialdehyd
Synonym(e)
Propandial
Englischer Begriff
malondialdehyde
Definition
Hochreaktive Verbindung der Strukturformel CH2(CHO)2 (s. Abbildung) mit Keto-Enol-Tautomerie. Oxidationsprodukt der mehrfach ungesättigten Fettsäuren u. a. in der Zellmembran, dessen Plasmakonzentration als Maß für den sog. oxidativen Stress (Stress, oxidativer) der Zellen gilt.
Die Abbildung zeigt die Strukturen der Enol- und der Ketoform von Malondialdehyd.
Beschreibung
Malondialdehyd (Molmasse 72,06 g) wird insbesondere in der sog. Anti-Aging- oder orthomolekularen Medizin (Medizin, orthomolekulare) als Kenngröße einer erhöhten Lipidoxidation durch freie Radikale interpretiert.
Untersuchungsmaterial
Plasma; Probenversand: gefroren (Plasma in gekühlter Zentrifuge abtrennen); Stabilität: bei –18 °C 4 Wochen, bei 2–8 °C 12 Stunden.
Analytik
HPLC nach Proteinfällung, Umsetzung mit Thiobarbitursäure oder 1-Methyl-2-Phenylindol zu einem Fluorophor und Fluoreszenz-Detektion.
Referenzbereich
Die Angaben schwanken zwischen <0,2 und <1,0 μmol/L.
Diagnostische Wertigkeit
Die diagnostische Aussagekraft der Malondialdehydbestimmung ist noch nicht hinreichend evaluiert.
Literatur
Grune T, Siems W, Esterbauer H (1992) Comparison of different assays for malondialdehyde using thiobarbituric acid. Fresenius J Anal Chem 343:135CrossRef