Lexikon der Medizinischen Laboratoriumsdiagnostik
Autoren
H. Baum

Megakaryozyten

Megakaryozyten
Synonym(e)
Knochenmarkriesenzellen
Englischer Begriff
megacaryocyte
Definition
Hyperploide Knochenmarkriesenzelle, aus der durch Zytoplasmaabschnürungen die Thrombozyten hervorgehen.
Beschreibung
Die Megakaryozyten sind durch Endomitose entstandene hyperploide Riesenzellen mit einem durchschnittlich 16-fachen Chromosomensatz. Der Zellkern besteht aus mehreren zusammengelagerten Kernen mit einem aufgelockerten, wolkig erscheinenden Kernchromatin (s. Abbildung; Knochenmark, 630×, May-Grünwald-Giemsa-Färbung):
Das weite Zytoplasma ist dicht feingranuliert, die Kern-/Zytoplasmarelation beträgt lediglich 0,2–0,3. Auch eine Ausknospung reifer Thrombozyten ist meist nachweisbar. Die Megakaryozyten sind in der Regel nur im Knochenmark nachweisbar, wobei sie 0,2 % der Gesamtzellzahl und 50 % innerhalb der megakaryopoetischen Zellreihe ausmachen. Nur im Rahmen von myeloproliferativen Erkrankungen und akuten Leukämien können sie auch im peripheren Blut nachgewiesen werden.
Literatur
Boll I (1991) Knochenmark-Zytologie. In: Boll I, Heller S (Hrsg) Praktische Blutzelldiagnostik. Springer, Berlin/Heidelberg/New York, S 293CrossRef