Lexikon der Medizinischen Laboratoriumsdiagnostik
Autoren
T. Arndt

Mescalin

Mescalin
Synonym(e)
Peyotl; 3,4,5-Trimethoxyphenethylamin
Englischer Begriff
mescaline; mescal buttons; peyote
Definition
Halluzinogenes Alkaloid, das im Jahr 1896 erstmals aus dem in Nordmexiko beheimateten Peyote-Kaktus (Lophophora williamsii) isoliert wurde.
Beschreibung
Mescalin (Peyotl) ist ein Derivat des Phenylethylamins (Phenethylamine) und zeigt strukturelle Ähnlichkeiten zu einigen synthetischen Derivaten der Amphetamine.
Struktur von Mescalin (Phenylethylamin-Grundstruktur in Blau) und seinem renalen Hauptausscheidungsprodukt 3,4,5-Trimethoxyphenylessigsäure:
Die Droge wird in Form von sog. Mescal-Buttons (braune, ca. 0,5 cm dicke Scheiben des Kaktuskörpers) gehandelt und gekaut oder als Tee aufgebrüht konsumiert. Die Droge soll widerlich und sehr bitter schmecken. Die Wirkung von Mescalin entspricht jener von LSD (obwohl keine strukturelle Ähnlichkeit besteht). Nach der Einnahme von 10–12 Buttons treten Halluzinationen auf. Reines Mescalin wirkt in einer Dosierung von 200–500 mg halluzinogen. Nach oraler Gabe von 500 mg Mescalin-HCl wurden mittlere Blutkonzentrationen von 3,8 mg/L nach 2 Stunden und 1,5 mg/L nach 7 Stunden gefunden. Die Halbwertszeit beträgt etwa 6 Stunden. Im 24-Stunden-Urin werden im Mittel 87 % der Dosis ausgeschieden, davon 55–60 % Mescalin und 27–30 % 3,4,5-Trimethoxyphenylessigsäure. Weitere Metabolite sind quantitativ unbedeutend. Alle Metabolite sollen pharmakologisch inaktiv sein.
Während in den Ursprungsgebieten Mescalin vergleichsweise häufig konsumiert wird, hat Mescalinmissbrauch in Deutschland kaum Bedeutung. Allerdings sind zuverlässige Angaben u. a. auch wegen der fehlenden Screening-Analyseverfahren (Teststreifen; Screening-Untersuchung) nicht verfügbar. Mescalin und seine Derivate sowie alle zur Reproduktion der Kakteen oder zur Mescalingewinnung geeigneten Pflanzenteile unterliegen als nicht verkehrsfähige Betäubungsmittel dem Betäubungsmittelgesetz (BtM).
Literatur
Baselt RC (2014) Disposition of toxic drugs and chemicals in man, 10. Aufl. Biomedical Publications, Seal Beach