Lexikon der Medizinischen Laboratoriumsdiagnostik
Autoren
D. Meißner und T. Arndt

Metalloenzyme

Metalloenzyme
Synonym(e)
Metallhaltige Enzyme
Englischer Begriff
metalloenzymes
Definition
Enzyme, bei denen ein Metall integraler Bestandteil des Enzymmoleküls ist.
Beschreibung
Eine Vielzahl der Enzyme benötigen Metallionen als Kofaktoren. Bei Metalloenzymen ist (im Unterschied zu metallionenaktivierten Enzymen [Metallionen-aktivierbare Enzyme]) das Metall fest und in stöchiometrischen Verhältnissen an das Protein gebunden. Es kann Bestandteil der prosthetische Gruppe sein. Es ist weder dialysierbar noch durch andere Metalle austauschbar. Die Entfernung des Metalls führt zum Verlust der Aktivität und gegebenenfalls zur Zerstörung der Proteinstruktur. In vielen Fällen ist die Reduzierung der Enzymaktivität ein Indikator für Spurenmetallmangel. Typische Beispiele für Metalloenzyme sind alkalische Phosphatase (Phosphatase, alkalische) (enthält Zn), Carboanhydrase (Zn), Katalase (Fe), Galaktoseoxidase (Cu), Coeruloplasmin (Cu), Pyruvatcarboxylase (Mn), Xanthinoxidase (Fe und Mo im Verhältnis 1:4). Dabei liegt der Anteil des Metalls am Enzym im mmol Metall/mol Enzym bzw. g Metall/mol Enzym Bereich.
Literatur
Rükgauer M (2005) Labordiagnostik von Spurenelementen. In: Thomas L (Hrsg) Labor und Diagnose. Indikation und Bewertung von Laborbefunden für die medizinische Diagnostik, 6. Aufl. TH-Books, Frankfurt am Main, S 486