Lexikon der Medizinischen Laboratoriumsdiagnostik
Autoren
A. M. Gressner und O. A. Gressner

Methämalbumin

Methämalbumin
Synonym(e)
Hämatinalbumin
Englischer Begriff
methemalbumin; Fairley’s pigment
Definition
Komplex aus oxidiertem Häm (Fe3+) und Albumin, der bei starker intravasaler Hämolyse und hämorrhagischer Pankreatitis auftreten kann.
Beschreibung
Oxidiertes, Fe3+-enthaltendes Häm (Hämatin) wird im Plasma an Hämopexin oder an Albumin (Methämalbumin) gebunden, wenn Haptoglobin als Folge einer starken In-vivo-Hämolyse (Hämolyse, in vivo und in vitro) extrem vermindert ist (z. B. bei paroxysmaler nächtlicher Hämoglobinurie, Transfusionszwischenfall, hämolytischer Erkrankung des Neugeborenen). Deshalb hinweisend auf eine mehr chronische Form der intravasalen Hämolyse. Bildung ebenfalls bei hämorrhagischer Pankreatitis, wenn oxidiertes Häm (Hämatin) auch ohne Hämolyse in die Zirkulation gerät. Methämalbumin wird im retikuloendothelialen System (RES) abgebaut. Bei starker Erhöhung kommt es zu kaffeebrauner Verfärbung des Serums. Die Bildung von Methämoglobin ist bei akuter Pankreatitis ein prognostisch ungünstiger Laborbefund.
Der Nachweis erfolgt spektrophotometrisch durch Absorptionsbanden bei 623, 540 und 500 nm.
Literatur
Lankisch PG, Koop H, Otto J et al (1978a) Methämalbumin. Ein weiterer diagnostischer und prognostischer Paramete bei akuter Pankreatitis. Verh Dtsch Ges Inn Med 84:1046–1049
Lankisch PG, Koop H, Otto J et al (1978b) Methämalbumin: Ein weiterer diagnostischer und prognostischer Parameter bei akuter Pankreatitis. Verh Dtsch Ges Innere Med 84:1046–1049
Wardell M, Wang Z, Ho JX et al (2002) The atomic structure of human methemalbumin at 1.9 A. Biochem Biophys Res Commun 291(4):813–819CrossRefPubMed