Lexikon der Medizinischen Laboratoriumsdiagnostik
Autoren
C. Vidal und W.-R. Külpmann

Methotrexat

Methotrexat
Synonym(e)
MTX
Englischer Begriff
methotrexate
Definition
Zytostatikum.
Strukturformel:
Molmasse
454,45 g.
Synthese – Verteilung – Abbau – Elimination
Die Zufuhr erfolgt in der Regel intravenös in sehr unterschiedlicher Dosierung jeweils gemäß einem individuellen Behandlungsprotokoll. Methrotrexat gelangt mittels eines plasmamembranständigen Transportsystems in die Zelle und wird dort gespeichert. Es wird überwiegend unverändert renal eliminiert.
Halbwertszeit
Initial: 2–4 Stunden (Plasma); terminal: 8–15 Stunden (Plasma).
Funktion – Pathophysiologie
Methotrexat ist ein Antimetabolit, der Dihydrofolsäure kompetitiv von der Dihydrofolatreduktase verdrängt. Es entsteht ein Mangel an Tetrahydrofolsäure für die Thymidylatsynthese und damit eine Störung der Zellteilung.
Untersuchungsmaterial – Entnahmebedingungen
Serum, Plasma, Urin.
Analytik
Immunoassay, GC-MS, LC-MS/MS.
Indikation
Therapeutisches Drug Monitoring.
Diagnostische Wertigkeit
Der therapeutische Bereich ist abhängig vom Behandlungsschema. Bei Überschreitung des Referenzbereichs wird Calciumfolinat (sog. „rescue“) gegeben, das die Zytotoxizität von MTX gegenüber den normalen Zellen vermindert.
Literatur
Bircher J, Sommer W (1999) Klinisch-pharmakologische Datensammlung, 2. Aufl. Wiss Verlagsges, Stuttgart