Lexikon der Medizinischen Laboratoriumsdiagnostik
Autoren
T. Arndt

Mundflüssigkeit

Mundflüssigkeit
Englischer Begriff
oral liquid
Definition
Mundflüssigkeit ist die aus Speichel, abgeschilferten Epithelzellen, Bakterien, Nahrungsresten und geringen Anteilen von Sulkusflüssigkeit, Bronchialsekret und ggf. Blut im Mundraum gebildete Flüssigkeit.
Beschreibung
Die normale Tagesproduktion beträgt je nach Quelle etwa 0,5–1,0 (bis 2) L. Sie kann durch Dehydratation, Pharmaka, den Sympathikotonus sowie Erkrankungen stark variieren. Mundflüssigkeit hat in den letzten Jahren als nicht invasiv zu gewinnende, sog. alternative Matrix (Matrix, alternative) zunehmendes Interesse erfahren, u. a. für den Nachweis von Entzündungsparametern, Insulinresistenzmarkern, Turmorkenngrößen, Drogen und Medikamenten (s. a. Speichel und Drogen).
Anmerkung: Speichel ist das reine Sekret der Speicheldrüsen. Tatsächlich wird in der sog. Speichelanalytik gewöhnlich Mundflüssigkeit untersucht.
Literatur
Desai GS, Mathews ST (2014) Saliva as a non-invasive diagnostic tool for inflammation and insulin resistance. World J Diabetes 5:730–738CrossRefPubMedPubMedCentral
Prasad S, Tyagi AK, Aggarwal BB (2016) Detection of inflammatory biomarkers in saliva and urine: potential in diagnosis, prevention, and treatment for chronic diseases. Exp Biol Med 241:783–799CrossRef