Lexikon der Medizinischen Laboratoriumsdiagnostik
Autoren
H. Baum

Myeloperoxidase

Myeloperoxidase
Synonym(e)
MPO
Englischer Begriff
myeloperoxidase
Definition
Lysosomales Enzym der Zellen der myeloischen Zellreihe.
Darstellung der Myeloperoxidase in einem neutrophilen Granulozyten (1000×, Myeloperoxidase-Färbung):
Beschreibung
Die Myeloperoxidase ist ein lysosomales Enzym der myeloischen Zellen. Ihr Nachweis wird somit zur Identifizierung von myeloischen Zellen und ihrer Abgrenzung gegenüber anderen Zellpopulationen herangezogen.
Die Myeloperoxidase katalysiert die Produktion von Hypohaliten aus H2O2 und Halidionen (Cl, I, Br, SCN). Diese Hypohalite sind starke Oxidanzien und stark toxisch für Mikroorganismen. Das MPO-Gen liegt auf Chromosom 17 und besteht aus 12 Exons und 11 Introns. Die Transkription ist auf die frühe Phase der Myelopoese beschränkt. Das Transkriptionsprodukt ist 80 kDa groß und unterliegt mehreren Modifikationen im endoplasmatischen Retikulum. Das resultierende aktive Enzym hat ein Molmasse von 120–160 kDa und setzen sich aus einem Paar an Protomeren zusammen, die jeweils aus einer leichten (13,5 kDa) und schweren (59 kDa) Kette bestehen. Diese sind über eine Disulfidbrücke miteinander verbunden.
Neben der Infektabwehr spielt die Myeloperoxidase auch eine wichtige Rolle bei anderen Entzündungszuständen mit Aktivierung der neutrophilen Granulozyten.
Literatur
Hoy A, Leininger-Müller B, Kutter D et al (2002) Growing significance of myeloperoxidase in non-infectious diseases. Clin Chem Lab Med 40:2–8CrossRefPubMed