Lexikon der Medizinischen Laboratoriumsdiagnostik
Autoren
T. Arndt

Nernst-Stift

Nernst-Stift
Englischer Begriff
Nernst glower
Definition
Ein wenige Zentimeter langes und einige Millimeter dickes Stäbchen aus Zirkonoxid mit Zusätzen von Yttriumoxid und Oxiden anderer seltener Erden. Er dient als Strahlungsquelle in der Infrarot-Spektrometrie.
Beschreibung
Er ist aufgrund seiner günstigen spektralen Energieverteilung die am häufigsten verwendete Lichtquelle in der IR-Spektrometrie. Das o. g. Oxidgemisch hat einen negativen Temperaturkoeffizienten des elektrischen Widerstandes, d. h., seine elektrische Leitfähigkeit steigt mit Erhöhung der Temperatur. Bei Raumtemperatur ist der Nernst-Stift nichtleitend, weshalb zur Zündung eine Hilfsheizung erforderlich ist. Die normale Betriebstemperatur liegt bei etwa 1900 K. Der Nernst-Stift ist mechanisch empfindlich und neigt – insbesondere bei unsachgemäßer mechanischer Halterung – zur Deformation, was die optischen Eigenschaften des IR-Spektrometers beeinträchtigen kann.
Literatur
Falbe J, Regitz M (Hrsg) (1996) Römpp Chemie Lexikon, 10. Aufl. Georg Thieme Verlag, Stuttgart/New York