Lexikon der Medizinischen Laboratoriumsdiagnostik
Autoren
T. Arndt

Normalphasen-Chromatographie

Normalphasen-Chromatographie
Englischer Begriff
normal phase chromatography
Definition
Eine Form der Flüssigkeitschromatographie innerhalb der Chromatographie, bei der auf einer polaren stationären Phase (Stationäre Phase) mit einem unpolaren Lösungsmittel als mobile Phase Probenbestandteile nach ihrer Hydrophilie getrennt werden.
Beschreibung
Als stationäre Phase dient Silica als Basismaterial, das durch Modifikation der funktionellen Gruppen z. B. mit Diol-, Cyano- und Aminogruppen, dem jeweiligen Trennproblem angepasst werden kann. Mobile Phase sind gewöhnlich Alkane ggf. in Mischung mit geringen Volumenanteilen eines leicht polaren Lösungsmittels. Die Trennung der Probenbestandteile beruht auf Dipolwechselwirkungen und Wasserstoffbrückenbindungen. Normalphasen-Chromatographie ist deshalb für jene Analyte sinnvoll, die über freie Elektronenpaare oder über funktionelle Gruppen verfügen und damit hinreichend auf der Festphase retiniert werden. Eine generelle Einschränkung besteht in der Forderung, dass die polaren Analyte noch hinreichend in der unpolaren mobilen Phase löslich sein müssen, um von dieser überhaupt über die stationäre Phase (durch den Chromatograph) transportiert werden zu können. Zudem muss das Lösungsmittel definitiv wasserfrei sein oder darf nur eine reproduzierbar minimale Wasserverunreinigung aufweisen (da sonst keine reproduzierbare Retentionszeit erhalten wird). Eine Weiterentwicklung der Normalphasen-Chromatographie ist die HILIC.
Literatur
Lorbach V (2009) Ende des Dornröschenschlafs – die Normalphasen-Chromatographie kehrt als HILIC zurück. www.​analytik-news.​de. Zugegriffen am 15.04.2009
Unger KK (Hrsg) (1989) Handbuch der HPLC. Teil 1 – Leitfaden für Anfänger und Praktiker. GIT Verlag, Darmstadt