Lexikon der Medizinischen Laboratoriumsdiagnostik
Autoren
J. Arnemann

Oligonukleotid-Primer

Oligonukleotid-Primer
Synonym(e)
Primer
Englischer Begriff
oligonucleotide primer
Definition
Als Primer bezeichnet man kurze einzelsträngige DNA- oder RNA-Abschnitte, die an einen revers-komplementären DNA-Abschnitt binden und mit ihrer Hydroxygruppe somit als Startpunkt für DNA-replizierende Enzyme, wie DNA-Polymerasen, dienen.
Beschreibung
Für die Replikation eines DNA- oder RNA-Abschnitts benötigt die DNA-Polymerase zwingend das Vorhandensein einer Hydroxygruppe, um eine erste Verknüpfung mit einem Nukleotid durchzuführen.
Im molekulargenetischen Labor und in der molekularen Diagnostik finden Primer Verwendung bei der PCR (Polymerase-Kettenreaktion), bei der Sequenzierung oder auch der reversen Transkription. Diese Primer sind meist synthetisch hergestellte Oligonukleotide von ca. 20 Basen Länge und einer durch gezieltes Primerdesign festgelegten Sequenzabfolge. Für die PCR-Reaktion werden i. d. R. 2 Oligonukleotide in unterschiedlicher Orientierung (sense – antisense) benötigt, die durch ihre definierte Sequenz zum einen die Bindungsstellen in der Ziel-DNA festlegen, zum anderen aufgrund des Abstands zueinander die Größe des amplifizierten DNA-Fragments bedingen.
Literatur
Hughes S, Moody A (Hrsg) (2007) PCR – methods express series. Scion Publishing LTD, Bloxham