Lexikon der Medizinischen Laboratoriumsdiagnostik
Autoren
H. Baum

Pappenheim-Färbung

Pappenheim-Färbung
Synonym(e)
Panoptische Färbung nach Pappenheim
Englischer Begriff
Pappenheim stain
Definition
Kombination der Färbemethoden nach May- Grünwald und Giemsa.
Physikalisch-chemisches Prinzip
Ein luftgetrocknetes Präparat wird in einer unverdünnten May-Grünwald-Lösung (Eosin-Methylenblau) 3 Minuten fixiert und gefärbt. Anschließend wird mit Aqua dest. gespült. Es folgt eine Färbung für 15–20 Minuten in einer 1:10 verdünnten Giemsa-Lösung (Azur-Eosin-Methylenblau). Daraufhin wird wiederum mit Aqua dest. gespült und das Präparat an der Luft bei Raumtemperatur getrocknet.
Einsatzgebiet
Morphologische Differenzierung von Blutausstrichen, Knochenmarkpräparaten, Zytozentrifugenpräparate anderer Körperflüssigkeiten.
Untersuchungsmaterial
Unfixiertes, luftgetrocknetes Präparat.
Fehlermöglichkeit
  • Verwendung ungepufferter Färbelösung
  • Wasser zur Verdünnungszwecken ist zu sauer
Praktikabilität – Automatisierung – Kosten
Einfach durchzuführende Färbemethode; sie ist sowohl halb- als auch vollautomatisierbar. Die Kosten sind insgesamt gering.
Bewertung – Methodenhierarchie (allg.)
Standardmethode zur Färbung von Blutausstrichen, Knochenmarkpräparaten und Zytozentrifugenpräparaten. Bei optimaler Ausführung ist sie allen anderen Färbemethoden (Wright, Romanowski etc.) in ihrer Differenzierungsfähigkeit überlegen.
Literatur
Diagnostica MERCK (1986) Hämatologische Labormethoden, 4. Aufl. GIT Verlag, Darmstadt, S 27–28