Lexikon der Medizinischen Laboratoriumsdiagnostik
Autoren
C. Vidal und W. -R. Külpmann

Pharmakogenetik

Pharmakogenetik
Englischer Begriff
pharmacogenetics
Definition
Genetik mit Bedeutung für den Metabolismus von Pharmaka.
Beschreibung
In den letzten Jahren wurden verschiedene Polymorphismen entdeckt, welche die Aktivität von Enzymen und dadurch den Metabolismus von Arzneistoffen beeinflussen. Meist führt der Polymorphismus zu einer verminderten Aktivität mit verzögertem Abbau („poor metabolizer“), seltener zu beschleunigtem Metabolismus („ultrarapid metabolizer“). Es wurden u. a. Polymorphismen für folgende Enzyme gefunden: Cytochrom P450, Monoaminooxidase, Alkoholdehydrogenase, N-Acetyltransferase, Thiopurin-Methyltransferase, Dihydropyrimidin-Dehydrogenase, Uridindiphosphat-Glucuronyl-Transferase.
Ein Polymorphismus des Multi-Drug-Resistance-Gen 1 (MDR-1) führt zu einer verminderten Expression des P-Glykoproteins. Es spielt eine Rolle für den Transport von Substanzen aus Zellen.
Es gibt Aufstellungen, welcher Polymorphismus bei welchem Pharmakon eine Rolle spielt. Vor der Therapie oder bei unerwartet hohen bzw. niedrigen Plasmakonzentrationen (trotz adäquater Dosierung) werden pharmakogenetische Untersuchungen veranlasst.
Literatur
Linder MW, Valdes R (2001) Fundamentals of pharmacogenetics. In: Shaw LM, Kwong TC (Hrsg) The clinical toxicology laboratory. AACC Press, Washington, DC, S 437–454