Lexikon der Medizinischen Laboratoriumsdiagnostik
Autoren
C. Vidal und W.-R. Külpmann

Phenylbutazon

Phenylbutazon
Englischer Begriff
phenylbutazone
Definition
Nichtsteroidales Antirheumatikum mit analgetischer, antiphlogistischer und antipyretischer Wirkung.
Strukturformel:
Molmasse
308,38 g.
Synthese – Verteilung – Abbau – Elimination
Phenylbutazon wird im Magen-Darm-Trakt fast vollständig resorbiert. Die Proteinbindung liegt >95 %. Phenylbutazon wird in der Leber metabolisiert, wobei Oxyphenbutazon als aktiver Metabolit entsteht. Die Elimination erfolgt zu ca. 70 % renal und zu ca. 30 % biliär.
Halbwertszeit
Ca. 70 Stunden.
Pathophysiologie
Phenylbutazon besitzt Bedeutung zur Behandlung akuter Schmerzen bei rheumatischen Erkrankungen wie chronischer Polyarthritis oder bei akuten Gichtanfällen. Die Substanz kann aufgrund ihrer langen Verweildauer im Körper zu schweren Nebenwirkungen führen. Beobachtet werden Magen-Darm-Störungen, Agranulozytose, Ödembildung und vermehrte Harnsäureausscheidung. Bei akuter Intoxikation infolge Überdosierung wurden beobachtet: Benommenheit, Erbrechen, Gelbsucht, Hyperventilation, Tachykardie, Koma.
Untersuchungsmaterial – Entnahmebedingungen
Serum (S), Plasma (P), Urin.
Analytik
HPLC, GC-MS, LC-MS/MS.
Indikation
Verdacht auf Intoxikation.
Interpretation
Therapeutischer Bereich (S, P): 50–100 mg/L; toxisch: >120 mg/L; komatös-letal: >400 mg/L.
Literatur
Baselt RC (2008) Disposition of toxic drugs and chemicals in man, 8. Aufl. Biomedical Publications, Foster City, S 1246–1248
König H, Hallbach J (2009) Nonopioid analgesics and antirheumatics. In: Külpmann WR (Hrsg) Clincial toxicological analysis. Wiley-VCH, Weinheim, S 189–214