Lexikon der Medizinischen Laboratoriumsdiagnostik
Autoren
H. Fiedler

Polypeptide

Polypeptide
Englischer Begriff
polypeptides
Definition
Als Polypeptide werden Peptide mit ca. 10–100 Aminosäuren bezeichnet. Die Abgrenzung zu den Proteinen ist willkürlich, gelegentlich wird die Grenze bereits bei 40 Aminosäuren gezogen. Die bekannten Raumstrukturen der Proteine sind oft nachweisbar. Viele Peptidhormone werden in Form eines größeren Vorläufermoleküls synthetisiert und daraus durch spezifische Proteasen freigesetzt, wobei in dem Vorläufer auch mehrere aktive Peptide enthalten sein können. Aus Präproglukagon entsteht in den α-Zellen über Zwischenstufen Glukagon, während im Intestinaltrakt ein anderer Teil des Vorläufers die Glucagon-like peptide 1 und 2 liefert. Aus Proopiomelanokortin entstehen β-Lipotropin, ACTH, Melanozyten-stimulierendes Hormon-α und -β, β-Endorphin und Met-Enkephalin.
Beschreibung
Zahlreiche Polypeptide sind Peptidhormone mit wichtigen biologischen Funktionen:
  • Insulinfamilie, „insulin-like growth factors“, Relaxin
  • Glukagon, „glucagon-like peptides“
  • ACTH
  • Parathormon, Calcitonin
  • Natriuretische Peptide (ANP, BNP, CNP)
  • Gastrointestinale Peptide (Gastrin, Sekretin, Somatostatin, Motilin, Cholezystokinin, Neurotensin)
  • Neuropeptid Y und YY, pankreatisches Polypeptid