Lexikon der Medizinischen Laboratoriumsdiagnostik
Autoren
C. Vidal und W.-R. Külpmann

Pregabalin

Pregabalin
Englischer Begriff
pregabaline
Definition
Antikonvulsivum.
Struktur
Strukturformel:
Molmasse
159,23 g.
Synthese – Verteilung – Abbau – Elimination
Die Resorption von Pregabalin nach oraler Gabe erfolgt rasch. Die Bioverfügbarkeit liegt >90 %, die Substanz wird nicht an Proteine gebunden. Pregabalin wird nicht nennenswert metabolisiert; ca. 98 % der Substanz werden unverändert im Urin ausgeschieden.
Halbwertszeit
Ca. 6 Stunden.
Pathophysiologie
Pregabalin wird eingesetzt zur Behandlung von neuropathischen Schmerzen, bei der Epilepsie und bei generalisierten Angststörungen. Als Nebenwirkungen sind beschrieben Somnolenz, Schwindel, Sehstörungen sowie Erbrechen. Oft kommt es im Rahmen der Behandlung zu einer Gewichtszunahme.
Untersuchungsmaterial
Serum (S), Plasma (P), Urin.
Analytik
Interpretation
Therapeutischer Bereich (S, P): 2–5 mg/L; toxisch: ab 10 mg/L (Hiemke et al. 2012); komatös-letal: unbekannt. Pregabalin hat in den letzten Jahren zumindest in einigen (zum Teil immer wieder wechselnden) Regionen Deutschlands größere Bedeutung als Missbrauchsdroge erlangt. Möglicherweise, weil Pregabalin im gewöhnlichen Drogenscreening im Urin nicht erfasst wird.
Literatur
Berry D, Millington C (2005) Analysis of pregabaline at therapeutic concentrations in human plasma/serum by reversed-phase HPLC. Ther Drug Monit 27:451–456CrossRefPubMed
Hiemke C et al (2012) AGNP-Konsensus-Leitlinien für therapeutisches Drug-Monitoring in der Psychiatrie: Update 2011. Psychopharmakotherapie 19:91–122
Lyrica®. Stand der Information 03/2008. In: FachInfo-Service. Rote Liste Service GmbH, Berlin