Lexikon der Medizinischen Laboratoriumsdiagnostik
Autoren
C. Vidal und W. -R. Külpmann

Propafenon

Propafenon
Englischer Begriff
propafenone
Definition
Antiarrhythmikum (Klasse IC).
Strukturformel:
Molmasse
341,45 g.
Synthese – Verteilung – Abbau – Elimination
Bei oraler Applikation wird die maximale Plasmakonzentration nach 2–3 Stunden erreicht. Bei Beginn der Therapie beträgt die Bioverfügbarkeit zunächst 50 %, steigt aber bei Dauermedikation auf fast 100 % an. Propafenon wird in der Leber zu dem ebenfalls antiarrhythmisch wirksamen 5-Hydroxypropafenon metabolisiert. 1 % der applizierten Dosis wird unverändert im Urin ausgeschieden.
Halbwertszeit
5–8 Stunden (Plasma).
Funktion – Pathophysiologie
Bei Vergiftung treten Störungen der kardialen Erregungsbildung und -leitung auf mit Verminderung der Kontraktilität bis hin zu kardiogenem Schock sowie Tremor, Krämpfe und Koma.
Untersuchungsmaterial – Entnahmebedingungen
Serum (S), Plasma (P).
Indikation
Therapeutisches Drug Monitoring, Verdacht auf Intoxikation.
Interpretation
Therapeutischer Bereich (S, P): 0,2–1,0 mg/L; toxisch: >2–3 mg/L; komatös/letal: 7,7 mg/L (Fallbericht).
Literatur
König H, Schmoldt A (2009) Antidysrhythmic agents. In: Külpmann WR (Hrsg) Clincial toxicological analysis. Wiley-VCH, Weinheim, S 271–285