Lexikon der Medizinischen Laboratoriumsdiagnostik
Autoren
W. G. Guder

Proteinfällung

Proteinfällung
Synonym(e)
Deproteinisierung; Enteiweißung
Englischer Begriff
deproteinization; protein precipitation
Definition
Entfernung von Protein aus einer Lösung durch Ausfällung.
Beschreibung
Die Enteiweißung durch Proteinfällung ist ein bewährtes Verfahren zur Abtrennung von Proteinen aus einer Probe, sei es um Protein als störenden Faktor der Analyse zu entfernen oder die Proteine von störenden Substanzen aus der Matrix zu befreien. Auch diagnostisch wurden Proteinfällungen als Nachweisverfahren für Protein verwendet. Sie wird mit verschiedenen Verfahren des Ansäuerns mit anschließendem Zentrifugieren durchgeführt. Mithilfe von Antikörpern oder Rezeptoren für spezifische Proteine, frei oder an Träger gebunden, kann eine spezifische Fällung erreicht werden. Bewährte Säurefällungsmethoden basieren auf Trichloressigsäure, Sulfosalizylsäure, Essigsäure mit Erhitzen. Spezielle Proteinfällung stellen die Apolipoprotein B-Fällung (LDL) mit Dextransulfat/MgCl2 oder Heparin/MgCl2 dar, die zur Messung von High Density Lipoprotein im Überstand verwendet werden.
Literatur
Keller H (1986) Klinisch-chemische Labordiagnostik für die Praxis. Thieme, Stuttgart
Leybold K, Grabener E (1976) Praxis-Laboratorium, 7. Aufl. Thieme, Stuttgart