Lexikon der Medizinischen Laboratoriumsdiagnostik
Autoren
S. Holdenrieder und P. Stieber

Pyruvatkinase

Pyruvatkinase
Synonym(e)
PK
Englischer Begriff
pyruvate kinase
Definition
Die Pyruvatkinase ist ein glykolytisches Enzym, das die Umwandlung von Phosphoenolpyruvat zu Pyruvat katalysiert.
Struktur
Es existieren mehrere gewebsspezifische Isoformen der Pyruvatkinase wie die M1-PK in Muskel- und Hirngewebe, L-PK in Leber- und Nierengewebe sowie R-PK in Erythrozyten. Während der Entwicklung von malignen Prozessen wurde die Expression einer tumorspezifischen M2-PK (Tumor-M2-Pyruvatkinase) beschrieben.
Die Pyruvatkinase kann in tetramerer oder dimerer Form vorkommen.
Synthese – Verteilung – Abbau – Elimination
Die Pyruvatkinase ist ein ubiquitär vorkommendes Enzym der Glykolyse. Bei Hämolyse wird es vermehrt aus Erythrozyten freigesetzt.
Funktion – Pathophysiologie
Die Pyruvatkinase ist im Serum erhöht bei verschiedenen malignen Karzinomen insbesondere im fortgeschrittenen Stadium, außerdem bei Herzinfarkt, Infekten und Polytraumata.
Untersuchungsmaterial – Entnahmebedingungen
Analytik
Enzymatischer Test, Enzymimmunoassay (EIA).
Konventionelle Einheit
U/mL (KU/L).
Indikation
Allgemeiner Aktivitätsmarker bei malignen Tumoren.
Interpretation
Stark erhöhte Werte der Pyruvatkinase finden sich im Serum bei metastasierten Karzinomen verschiedener Lokalisation, außerdem bei Herzinfarkt, Infekten und Polytraumata. Bei letzterem wird die Pyruvatkinase aus aktivierten Granulozyten freigesetzt. Gegenüber heute standardisiert eingesetzten Tumormarkern bietet die Pyruvatkinase keinen Vorteil für die Diagnostik von Tumorerkrankungen.
Diagnostische Wertigkeit
Allgemeiner Aktivitätsmarker bei malignen Tumoren.
Literatur
Diamandis E, Fritsche HA, Lilja H et al (2002) Tumor markers. Physiology, pathobiology, technology, and clinical applications, 1. Aufl. AACC Press, Washington, DC