Lexikon der Medizinischen Laboratoriumsdiagnostik
Autoren
C. Vidal und W.-R. Külpmann

Quetiapin

Quetiapin
Englischer Begriff
quetiapine
Definition
Neuroleptikum.
Strukturformel:
Molmasse
383,5 g.
Synthese – Verteilung – Abbau – Elimination.
Nach oraler Applikation wird Quetiapin rasch enteral resorbiert. Die maximale Plasmakonzentration wird 1,5–2 Stunden nach Gabe erreicht. Das Pharmakon wird hepatisch weitgehend metabolisiert (Oxidation, Hydroxylierung). Die Abbauprodukte werden im Urin (73 % der Dosis) und mit den Fäzes (20 % der Dosis) ausgeschieden. Nur 1 % der Muttersubstanz wird unverändert renal eliminiert.
Halbwertszeit
7 Stunden.
Funktion – Pathophysiologie
Das mit Clozapin chemisch verwandte Quetiapin wird zur Behandlung von Psychosen eingesetzt. Es besitzt eine hohe Affinität zu Serotonin-Rezeptoren. Bei Intoxikation finden sich Schläfrigkeit, Tachykardie und Hypotonie.
Untersuchungsmaterial – Entnahmebedingungen
Serum (S), Plasma (P).
Indikation
Verdacht auf Intoxikation, therapeutisches Drug Monitoring (Prüfung auf Compliance).
Interpretation
Therapeutischer Bereich (S, P): 0,1–0,5 mg/L; toxisch: ab 1 mg/L (Hiemke et al. 2012); komatös/letal: ab 12,7 mg/L (Degel et al. 2009).
Literatur
Degel F, Birkhahn HJ, Lampe D, Grobosch T (2009) Neuroleptic drugs and antidepressants. In: Külpmann WR (Hrsg) Clincial toxicological analysis. Wiley-VCH, Weinheim, S 393–453
Hiemke C et al (2012) AGNP-Konsensus-Leitlinien für therapeutisches Drug-Monitoring in der Psychiatrie: Update 2011. Psychopharmakotherapie 19:91–122