Lexikon der Medizinischen Laboratoriumsdiagnostik
Autoren
H. Baum

Ringsideroblasten

Ringsideroblasten
Englischer Begriff
Definition
Kernhaltige erythrozytäre Vorstufe mit in der Berlinerblau-Färbung nachweisbaren Siderosomen, die den Kern mindestens zu einem Drittel oder ringförmig umgeben.
Beschreibung
Ringsideroblasten sind kernhaltige erythropoetische Vorstufen, bei denen in der Berlinerblau-Reaktion meist etwa 10–15 eisenhaltige Körperchen (Siderosomen) nachweisbar sind. Dabei liegen diese Siderosomen mindestens zu einem Drittel oder vollständig kreisförmig um den Kern der Zelle.
Die Abbildung zeigt einen Ringsideroblasten (Pfeil) mit typischer ringförmiger Lagerung der Siderosomen um den Zellkern (1000×, Berlinerblau-Färbung):
Der Nachweis von Ringsideroblasten ist ein Hinweis auf eine gestörte Erythropoese, wobei in erster Linie an eine refraktäre Anämie mit Ringsideroblasten (RARS) zu denken ist. Seltener sind hereditäre (Thalassämien) oder exogene (Ethylismus, Bleiintoxikation) Erkrankungen Ursache für das Vorkommen von Ringsideroblasten.
Literatur
Löffler H, Rastetter J (1999) Atlas der klinischen Hämatologie, 5. Aufl. Springer, Berlin/Heidelberg/New York, S 10–11