Lexikon der Medizinischen Laboratoriumsdiagnostik
Autoren
G. Schumann

Ringversuch

Ringversuch
Englischer Begriff
interlaboratory survey; ring trial
Definition
Ringversuch ist eine – wenn möglich, statistisch geplante – externe Genauigkeitskontrolle, bei der ein Versuchsleiter Kontrollmaterial unter Angabe der zu bestimmenden Messgröße oder Messgrößen, jedoch ohne Angabe der Zielwerte, an die teilnehmenden Laboratorien verteilt und die vom Laboratorium mitgeteilten Untersuchungsergebnisse bewertet (DIN 58936-2).
Beschreibung
Ringversuche sind in der neuen RiliBÄK (Richtlinie der Bundesärztekammer zur Qualitätssicherung laboratoriumsmedizinischer Untersuchungen) für einige Messgrößen vierteljährlich vorgeschrieben.
Zur Durchführung erhalten klinisch-chemische Laboratorien Abfüllungen derselben Kontrollprobe zwecks Analyse der vereinbarten Analyte. Die Analysenergebnisse und die dazu angewandten Methoden werden dem Versuchsleiter zur statistischen Auswertung übermittelt. Abhängig von der Versuchsanordnung können kurzfristige und langfristige Ringversuche unterschieden werden. Während kurzfristige Ringversuche durch Einfachbestimmungen der in den Ringversuch eingeschlossenen Bestandteile in einer Analysenserie charakterisiert sind, werden im Rahmen langfristiger Ringversuche Abfüllungen derselben Kontrollprobe an mindestens 10 verschiedenen Werktagen analysiert. Jede Sollwertermittlung in Richtigkeitskontrollproben ist ein solcher langfristiger Ringversuch.
Literatur
Qualitätsmanagement in der Laboratoriumsmedizin (2001) Teil 2: Begriffe zur Qualität und Anwendung von Untersuchungsverfahren. DIN 58936-2, 4.5.1. Beuth-Verlag, Berlin
Richtlinie der Bundesärztekammer zur Qualitätssicherung laboratoriumsmedizinischer Untersuchungen (2014) Dtsch Ärztebl 111:A1583–A1618