Lexikon der Medizinischen Laboratoriumsdiagnostik
Autoren
W. G. Guder

Serum

Serum
Synonym(e)
Blutserum
Englischer Begriff
serum
Definition
Partikelfreier Überstand des Vollblutes nach vollständiger Gerinnung.
Beschreibung
Serum stellt das traditionell am meisten verwendete Untersuchungsmaterial für Bluuntersuchungen in der Medizin dar. Es wird aus Vollblut durch Zentrifugation über 10 Minuten bei 2000 g gewonnen, nachdem die Gerinnung zu einer Retraktion des Blutkuchens geführt hat, der neben den Blutzellen alle Gerinnungsfaktoren enthält, die mit Fibrin bei der Zentrifugation ausfallen. Bei diesem Vorgang werden Thrombozyten aktiviert und verlieren den größten Teil ihrer Inhalte in das Serum.
Unterschiede zwischen Plasma und Serum sind überwiegend durch den natürlichen Gerinnungsvorgang bedingt. So nehmen Gesamtprotein ab und Phosphat, Kalium, Laktatdehydrogenase und andere Bestandteile der Thrombozyten (z. B. neuronenspezifische Enolase, saure Phosphatase, Dopamin, Serotonin) im Serum gegenüber Plasma zu.
Literatur
Guder WG, Narayanan S (2015) Plasma or serum? which anticoagulant to use? In: Guder WG, Narayanan S (Hrsg) Pre-examination procedures in laboratory diagnostics. Walter de Gruyter, Berlin/Boston, S 64–68CrossRef
Guder WG, Ehret W, daFonseca-Wollheim F, Heil W, Müller-Plathe O, Töpfer G et al (1998) Serum, plasma or whole blood? which anticoagulant to use? J Lab Med 22:297–312