Lexikon der Medizinischen Laboratoriumsdiagnostik
Autoren
A. M. Gressner und O. A. Gressner

Stuhltrockengewicht

Stuhltrockengewicht
Synonym(e)
Fäzestrockengewicht
Englischer Begriff
feces dry weight
Definition
Das Gewicht des getrockneten Stuhls ist bei Malassimilationssyndromen (Malabsorption, -digestion) teilweise gegensätzlich verändert und kann somit zur Differenzialdiagnostik beider Formen herangezogen werden.
Beschreibung
Im Normalzustand beträgt das Stuhltrockengewicht 25 % des Feuchtgewichtes, das Verhältnis Trockengewicht zu Feuchtgewicht somit 1:4. Zur Bestimmung des Trockengewichtes werden nach Wägung der Gesamtstuhlmenge 50 g Feuchtstuhlmenge mit 20 g Quarzsand vermischt und in Heißluft unter mehrmaligem Zusatz von absolutem Alkohol für etwa 3 Stunden getrocknet. Die getrocknete und gewogene Stuhlprobe wird (unter Abzug des Quarzsandgewichts) auf das Gesamtstuhlgewicht umgerechnet und im Verhältnis zum Feuchtgewicht angegeben. Die medizinische Bewertung einer Zunahme des Trockengewichts weist auf ein (pankreatogenes) Malassimilationssyndrom hin, eine Abnahme des Trockengewichts als Folge eines hohen prozentualen Wassergehalts des Stuhles deutet auf hepatogene Formen oder Sprue hin. Spezifische Funktionsteste zur Diagnostik einer Fettmalabsorption (Stuhlfett) sollten herangezogen werden.
Literatur
Gitter A, Heilmeyer L (Hrsg) (1963) Taschenbuch klinischer Funktionsprüfungen, 8. Aufl. Gustav Fisher Verlag, Stuttgart