Lexikon der Medizinischen Laboratoriumsdiagnostik
Autoren
C. Vidal und W.-R. Külpmann

Sultiam

Sultiam
Englischer Begriff
sultiame; sulthiame
Definition
Antiepileptikum; Antikonvulsivum.
Strukturformel:
Molmasse
290,36 g.
Synthese – Verteilung – Abbau – Elimination
Nach oraler Gabe wird Sultiam rasch und vollständig resorbiert. Die Proteinbindung beträgt etwa 30 %. Die Ausscheidung erfolgt zu 80–90 % renal, zu 10–20 % biliär.
Halbwertszeit
3–30 Stunden.
Pathophysiologie
Sultiam wird eingesetzt zur Behandlung der Rolando-Epilepsie, wenn die Behandlung mit anderen Antiepileptika erfolglos war. Als häufige Nebenwirkungen der Sultiamgabe sind Magenbeschwerden beschrieben. Sultiam besitzt eine geringe Toxizität, sodass Überdosierungen von 4–5 g Sultiam überlebt wurden. Ein Todesfall wurde beobachtet nach Einnahme von 20 g Sultiam in suizidaler Absicht.
Untersuchungsmaterial – Entnahmebedingungen
Serum (S), Plasma (P), Urin.
Analytik
Indikation
Therapeutisches Drug Monitoring, Verdacht auf Intoxikation.
Interpretation
Therapeutischer Bereich (S, P): 2–8 mg/L; toxisch: ab 12 mg/L (Hiemke et al. 2012); komatös-letal: ab 20–25 mg/L (Schulz et al. 2012).
Literatur
Hiemke C et al (2012) AGNP-Konsensus-Leitlinien für therapeutisches Drug-Monitoring in der Psychiatrie: Update 2011. Psychopharmakotherapie 19:91–122
Rote Liste (2008) Ospolot®. In: FachInfo-Service. Rote Liste Service GmbH, Berlin
Schulz M, Iwersen-Bergmann S, Andresen H, Schmoldt A (2012) Therapeutic and toxic blood concentrations of nearly 1000 drugs and other xenobiotics. Crit Care 16:R136CrossRefPubMedPubMedCentral