Lexikon der Medizinischen Laboratoriumsdiagnostik
Autoren
H. Baum

Tandemkonjugate

Tandemkonjugate
Englischer Begriff
tandem conjugates
Definition
Fluoreszenzfarbstoffkombination zur Verschiebung der Emission eines Lichtquants zu längeren Wellenlängen bei Mehrfachfluoreszenzanwendungen.
Beschreibung
Tandemkonjugate sind Verbindungen zweier Fluoreszenz-Farbstoffe, wobei ein Farbstoff Licht einer definierten Wellenlänge absorbiert und nach Emission das Lichtquant quantitativ an den zweiten, gekoppelten Fluoreszenzfarbstoff abgibt, ohne es selbst zu emittieren. Der Emissionsbereich des ersten Farbstoffes liegt dabei im Absorptionsmaximum des zweiten Farbstoffes. Anschließend emittiert der zweite Farbstoff das Lichtquant bei einer noch höheren Wellenlänge. Dieses Lichtquant wird dann von einer Photozelle aufgefangen. Tandemkonjugate kommen bei der Multiparameteranalyse in der Durchflusszytometrie zum Einsatz, da hier meist nur eine Anregungswellenlänge zur Verfügung steht (Argonlaser mit 488 nm Anregungswellenlänge).
Ein Beispiel für ein Tandemkonjugat ist die Verbindung zwischen R-Phycoerythrin (PE) und Cy5. R-Phycoerythrin absorbiert bei 488 nm und emittiert in einem weiten Bereich bis 625 nm. Cy5 absorbiert das von R-Phycoerythrin emittierte Lichtquant und emittiert es wieder bei 674 nm.
Literatur
Raffael A, Nebe T, Valet G (1994) Grundlagen der Durchflusszytometrie. In: Schmitz G, Rothe G (Hrsg) Durchflusszytometrie in der klinischen Zelldiagnostik. Schattauer Verlag, Stuttgart, S 11