Lexikon der Medizinischen Laboratoriumsdiagnostik
Autoren
C. Vidal und W. -R. Külpmann

Theophyllin

Theophyllin
Englischer Begriff
theophylline
Definition
Broncholytikum.
Strukturformel:
Molmasse
180,17 g.
Synthese – Verteilung – Abbau – Elimination
Theophyllin wird hepatisch zu 3-Methylxanthin bzw. 1,3-Dimethylharnsäure und weiter zu 1-Methylharnsäure metabolisiert, sodass sich im Urin im Wesentlichen Abbauprodukte finden. Bei Neugeborenen (Indikation: Apnoebehandlung) wird Theophyllin zusätzlich zu Coffein methyliert.
Halbwertszeit
Im Plasma Erwachsener 6–9 Stunden, von Kindern und Rauchern 4 Stunden, von Frühgeborenen 30 Stunden.
Funktion – Pathophysiologie
Akute Vergiftung mit Übelkeit, Krampfanfällen, Tachykardie, Atemstillstand.
Untersuchungsmaterial – Entnahmebedingungen
Serum (S), Plasma (P), Urin.
Analytik
Immunoassay, GC-MS, LC-MS/MS.
Interpretation
Bei Frühgeborenen ist wegen des Metabolismus neben der Theophyllin- auch die Coffeinkonzentration zu überwachen.
Therapeutischer Bereich (S, P): 8–20 mg/L (Erwachsene), 6–11 mg/L (Frühgeborene); toxisch: >20 mg/L (Erwachsene), >15 mg/L (Frühgeborene); komatös-letal: >50 mg/L (Erwachsene), unbekannt (Frühgeborene).
Literatur
Külpmann WR (Hrsg) (2009) Bronchodilators. In: Clinical toxicological analysis. Wiley-VCH, Weinheim, S 313–316