Lexikon der Medizinischen Laboratoriumsdiagnostik
Autoren
H. Baum

Toluidinblau-Färbung im Blut

Toluidinblau-Färbung im Blut
Englischer Begriff
toluidine blue stain
Definition
Färbung zur selektiven Darstellung der Granula in basophilen Granulozyten und Mastzellen.
Physikalisch-chemisches Prinzip
Das luftgetrocknete Ausstrichpräparat wird 5 Minuten in einer 1 %igen Toluidinblau-Lösung gefärbt und anschließend mit Wasser gründlich gespült. Dabei bindet Toluidinblau selektiv an die Granula basophiler Granulozyten und Mastzellen.
Einsatzgebiet
Differenzierung basophiler Granulozyten und Mastzellen in Fällen, in denen die Standardfärbung keine eindeutigen Ergebnisse erzielt. So können bei Patienten mit myeloproliferativen Erkrankungen dysplastische Basophile auftreten, die in der Pappenheim-Färbung nicht oder nur schlecht differenzierbar, jedoch in der Toluidinblau-Färbung eindeutig als basophile Granulozyten identifizierbar sind.
Untersuchungsmaterial
Ausstrichpräparat des Knochenmarks oder peripheren Blutes.
Instrumentierung
Handmethode.
Praktikabilität – Automatisierung – Kosten
Einfach durchzuführende Handmethode.
Bewertung – Methodenhierarchie (allg.)
Die Methode wird nur verwendet, wenn in den Standardfärbemethoden keine Differenzierung der dysplastischen Basophilen oder Mastzellen möglich ist.
Literatur
Swirsky D, Bain BJ (2001) Erythrocyte and leukocyte cytochemistry – leukaemia classification. In: Lewis SM, Bain BJ, Bates I (Hrsg) Dacie and Lewis practical haematology, 9. Aufl. Churchill Livingstone, London, S 288–289